Libanon

 

 

Das kleine Land Libanon (etwa 4 Millionen Einwohner) hat und hatte in seiner Geschichte immer wieder mit Kriegen zu kämpfen. Zwischen den Jahren 1975 und 1990 herrschte im Libanon ein Bürgerkrieg, dessen Nachwirkungen auch heute noch zu spüren sind. Zusätzlich gab es auch in den letzten Jahren immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen. So erlebte das Land zum Beispiel im Juli 2006 einen sechswöchigen Krieg, der das Leben der Bevölkerung auf dramatische Weise veränderte. In kurzer Zeit flohen eine Million Menschen, fast ein Drittel der Einwohner Libanons, aus den Dörfern und Städten im Süden des Landes und ließen dabei ihre Häuser, ihren Besitz und manchmal auch diejenigen, die sie lieben, zurück. Besonders die Streubomben und auch die Minen, sind ein fortdauernder Quell neuer Todesfälle und schwerer Verletzungen.

 



PROJEKT I:

„Streumunition bedroht noch immer die Bevölkerung“ - Projektpartner: Handicap International
Zwischen Juli und August 2006 wurden massiv Streubomben über dem Libanon abgeworfen, die sich in einzelnen Submunitionen über weite Flächen des Landes verteilt haben - insgesamt bis zu 4 Millionen Streu-Submunitionen (diese Zahl entspricht in etwa der Einwohnerzahl des Libanon!). Nach Expertenschätzungen sind 40 % dieser Submunitionen nicht explodiert und stellen von daher ein großes Risiko für die zivile Bevölkerung dar. Besonders gefährdet sind dabei Personen, die von der Feldarbeit leben, da ein Grossteil der Streumunition noch im Ackerboden verborgen liegt. Dennoch bleibt vor allem den ärmeren Schichten der Bevölkerung oft keine andere Wahl als weiterhin der Feldarbeit nachzugehen. So sind es gerade diese Personengruppen, aber leider auch viele Kinder, die beim Arbeiten oder Spielen von explodierender Streumunition verletzt oder sogar getötet werden.

 

 

 

libanon

 

Bereits im ersten Monat nach dem Waffenstillstand wurden 92 Menschen von diesen Streumunitionen schwer verletzt oder getötet. Zum Beispiel der Freund dieser drei Jungen. Gemeinsam schauten sie einem Bagger in der Nachbarschaft bei den Aufräumarbeiten zu, als eine der lebensgefährlichen „Früchte des Krieges“ von einem Baum fiel. Der Freund hat die Explosion nicht überlebt. © U. Meissner für Handicap International

Die Kombination aus Vorbeugung und direkter Hilfe sind die wichtigen Bestandteile dieser Arbeit:

1)      Ein erster wichtiger Aspekt ist die Entminung der etwa 970 betroffenen Orte. Hierzu bildet Handicap International libanesische Minenräumkommandos aus. Derzeit arbeiten drei Teams bestehend aus je fünfzehn Personen im Südlibanon. Jedes Team besteht aus einem technischen Berater, einem Teamchef, 10 Spezialisten zum Entminen, einem Sanitäter, einem Verbindungsmann und einem Fahrer/Übersetzer. Zusätzlich wird die Bevölkerung über die immer noch bestehenden Gefahren aufgeklärt. Durch diese Arbeit kann zum einen dem Auftreten weiterer Opfer vorgebeugt werden. Zum anderen wird auch der Bevölkerung ihre bisherige Lebensgrundlage wieder zurückgegeben.

2)      Viele Verletzungen durch Streumunition führen unbehandelt zu dauerhaften Schädigungen. Deswegen wird auch die direkte gesundheitliche Versorgung von Streubomben-Opfern unterstützt. Darüber hinaus werden durch mobile Teams auch kranke und behinderte Menschen und deren Familien unterstützt und versorgt. Gerade den oft schwer traumatisierten Kindern und Jugendlichen kann so eine neue Hoffnung auf bessere Zukunft gegeben werden.

Bitte unterstützen Sie diesen Einsatz, sodass mit Ihrer Hilfe das Libanon-Projekt von Handicap International finanziell gefördert werden kann.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
http://www.handicap-international.de/projekte/naherosten.html

Die aufgeführten Informationen wurden von Handicap International zur Verfügung gestellt.